Projekte

Ensembles mit denen ich kontinuierlich über viele Jahre hinweg arbeite, interessieren mich am meisten. In diesen Working Bands wächst die Musik über lange Zeit, ähnlich wie Freundschaften wachsen. Im folgenden sind einige meiner wichtigsten Projekte der letzten Jahre kurz vorgestellt.

Luca Sisera ROOFER | Seit 2014

Das vom Schweizer Kontrabassisten und Komponisten Luca Sisera 2014 gegründete Jazz Quintett ROOFER vollzieht den Spagat zwischen Avantgarde und Traditionsbewusstsein in einer nonchalanten Leichtigkeit. Nach zahlreichen Tourneen, Festivals und Konzerten konnte sich ROOFER weit über die Landesgrenzen einen Namen als waghalsiges und spielfreudiges Jazzkollektiv machen.

Vertrackte Rhythmen, rasante Unisono-Parts, latente Swing-Phantasien und hymnische Klangwelten dienen den fünf renommierten Jazzmusikern als improvisatorisches Spielplateau. Dabei entsteht eine komplexe und innovative Musik die so befreit wie formbewusst ist und für die Musiker und das Publikum gleichermassen herausfordernd bleibt. So verwundert es einen nicht, dass die sich ebenfalls als „ROOFER“ bezeichnenden Extremkletterer, welche ungesichert mit viel Abenteuerlust, ausgereifter Technik, Know-how und Erfahrung auf den höchsten Gebäuden der Welt rumklettern, der Band als metaphorisches Vorbild dienen.

Von Luca Sisera ROOFER erschienen die Alben „Prospect“ (Leo Records) und „Moscow Files“ (Leo Records) und „Starlex Complex“ (nWog Records). Ihre Tourneereisen brachten die Band über Europa hinaus bis nach Moskau und Peking.

Hier geht es zur Homepage von Luca Sisera ROOFER

Line Up:

Michael Jaeger, ts, cl | Maurus Twerenbold, tb | Yves Theiler, p | Luca Sisera, b, com | Michi Stulz, dr | Silvio Cadotsch, tb (2014 bis 2016)
Als Gäste live und auf Tonträger: Isa Wyss, voc | Alexey Kruglov, as | Bahur Ghazi, oud

„You can never be exactly sure where the tunes are headed, but you can trust this unit to make the process a hell of a lot of fun.“

Stu’s Record Room | Suart Kremsky | USA

The Leipzig Years | 2015 – 2019

Michael Jaeger lebte von 2015 bis 2019 und arbeitete vier Jahre in Leipzig, wo er auf die Leipziger Jazz- und Improvisationsszene traf. Vor allem aus folgenden Formationen ist viel neue Musik entstanden.

„Jaeger-Punkt-Hemingway treibt den Hörer in einen gewissen Wahnsinn, indem es ihn im Konzert von Säule zu Pfosten schickt. Dieses Trio verschiebt ständig seine eigenen Grenzen und ist seiner Zeit voraus.“

Erik Vandamme | Musiczine Onlinemagazin | Belgien

Michael Jaeger KEROUAC | 2006 – 2017

Existenzialismus und Tanzmusik

KEROUAC ist das Kollektiv des lyrischen Saxofonisten Michael Jaeger aus Zürich. Geprägt von der afro-amerikanischen Musik ebenso wie von der Weltmusik, spielt KEROUAC einen pulsierenden Sound zwischen Existenzialismus und Tanzmusik. Mit Vincent Membrez (p, synth), Luca Sisera (b), Norbert Pfammatter (dr) und Michael Jaeger (ts, cl) ist die Band mit vier hervorragenden Schweizer Musikern besetzt. KEROUAC war auf neun internationalen Tourneen durch Europa und China unterwegs und hat mit unterschiedlichen Musikerpersönlichkeiten wie Greg Osby, Urs Leimgruber oder Philipp Schaufelberger zusammen gearbeitet und aufgenommen. Die Band hat drei CDs veröffentlicht, welche beim renommierten Schweizer Label Intakt Records erschienen sind.

2006 bis 2015 war der renommierte Schlagzeuger Norbert Pfammatter Teil von KEROUAC: Er war an der Entwicklung der „Collective pulsational music“ massgeblich beteiligt und alle drei Alben entstanden mit ihm. Danach waren Lionel Friedli und Samuel Dühsler als Schlagzeuger bei KEROUAC mit dabei.

2006 erscheint mit „Erfindungen“ das Debut der Schweizer Formation beim Label Unit Records, über das die Weltwoche aus dem Jahr 2007 meint: „Im Kern ist diese CD das Werk eines fast schon erschreckend abgeklärten jungen Tenorsaxophonisten“.

2010 erscheint auf Intakt Records die CD „Outdoors“: Der amerikanische Blue Note Saxophonist Greg Osby sowie der traumwandlerische Schweizer Gitarrist Philipp Schaufelberger erweitern Michael Jaeger KEROUAC zu einem Sextett und spielen miteinander eine Clubtour durch Europa. Das Album löste national und international begeisterte Rezensionen aus.

Über ihr drittes Album „Dance Around in Your Bones“ meinte 2013 der deutsche Jazzjournalist Bert Noglik: „Bejahende Musik, beflügelt vom freien Geist des Jazz! (…) Michael Jaeger spielt aus dem Geist schwarzer Balladen.“

Line Up:

Michael Jaeger, ts, cl | Vincent Membrez, p | Luca Sisera, b, com | Norbert Pfammatter, dr (2006 bis 2015) | Lionel Friedli, dr (2015) | Samuel Düsler, dr (2017)
Als Gäste live und auf Tonträger: Urs Leimgruber, ss | Nat Su, as | Greg Osby, as | Philipp Schaufelberger, git | Isa Wyss, voc | Miro Caltagirone, voc

„Kerouacs Musik ist herausfordernd“

Greg Osby | 2010

„On the road im 21. Jahrundert. Musik wie ein Gespräch unter Freunden.“

Fredi Bosshard | WOZ | 2013

Kein Tram für den Starsaxophonisten

Dem Amerikanischen Saxophonisten Greg Osby sei während unserer Europa-Tournee lieber keine öffentliches Verkehrsmittel zuzumuten. Dies teilte mir sein Management mit als ich die Tournee plante. Später reiste er mit meiner Band „Michael Jaeger KEROUAC“ dennoch mit Zug, Tram und Bus quer durch Europa.

So ein hübsches Verkehrsmittel gebe es nur in der Schweiz, meinte Greg Osby. Für das blaue, surrende Zürcher Tram, mit dem wir vom Flughafen ins Radiostudio Zürich zur Aufnahme unserer Platte fuhren, hatte der Saxophonist zu meinem Erstaunen dann doch lobende Worte übrig.

Ich sprach mit Greg während der ganzen Tournee kaum über unsere Musik. Weder über meine Kompositionen noch über unser gemeinsames Spiel auf den Bühnen von Wien, Berlin, Bern, Jena, Chiasso… Erst als wir zu zweit im Flughafen Kloten in der Abfertigungshalle standen, sein Flieger lief sich wohl schon warm, da packte er aus. Obwohl er es sich nicht hatte anmerken lassen, hatte er die ganze Tournee hinweg ganz genau hingehört. Sehr wohl hatte er mitbekommen, was wir über die Tage hinweg gemeinsam zu sechst für Musik gemacht haben. Was ich solistisch über meine Tunes anstellte… Ich war erstaunt und erfreut zugleich. Erstaunt über seine grosse Zurückhaltung. Und erfreut über seine letztendliche Offenheit.

Oben einige Fotos von unserer Tournee mit Michael Jaeger KEROUAC und Philipp Schaufelberger und Greg Osby im 2010 durch Europa.


Karamasow | Seit 1982

Die Brüder Michael Jaeger (Saxophon und Klarinette) und Chris Jaeger (Perkussion und Schlagzeug) spielen seit knapp vierzig Jahren zusammen Musik. Dabei war ihre Musik schon immer improvisiert.

Als „Karamasow“ entwickelten die zwei Jaeger ein höchst differenziertes und intuitives Zusammenspiel, das sich über die Jahre ständig veränderte und an Kraft gewann. Die Improvisation war dabei bereits im Kindesalter stets die zentrale musikalische Form. Aus ihr entsteht eine Musik, die im Jazz und der afrikanischen Musik verwurzelt ist. Unter Ihren zahlreichen Konzerten im Duo, war ihr Auftritt für den Dalai Lama anlässlich seines Besuches in Zürich im 2005 ein Höhepunkt.

Hier geht es zur Homepage des Percussionisten und Schlagzeugers Chris Jaeger.

Line Up:

Michael Jaeger, ts, cl | Chris Jaeger, dr, perc, voc


Jaeger-Gisler-Rainey | 2012-2015

Anfang der Neunzigerjahre, mit sechzehn Jahren, spielten der junge Kontrabassist Fabian Gisler und der Saxophonist Michael Jaeger in Zürich in ihrer ersten Jazzband zusammen. Fünfundzwanzig Jahre später gingen sie mit dem amerikanischen Schlagzeuger Tom Rainey auf Tournee durch Europa.

Zwanzig Jahre nachdem sie als Teenager zusammen in ihrer ersten Band mit Stefan Rusconi und Chris Jaeger den Jazz entdeckt hatten, standen Gisler und Jaeger 2012 am Festival Zürich-New York im Jazzclub Moods im Duo auf der Bühne. Der amerikanische Schlagzeuger Tom Rainey kam im selben Jahr im New Yorker Club „The Stone“ mit Michael Jaeger ins Spiel um kurz danach mit Fabian Gisler am Unerhoert Festival in Zürich im Trio das erste Konzert zu spielen. Auf der Festivalbühne improvisierte Jaeger-Gisler-Rainey eine Musik voller Eigenständigkeit, Kraft und Schönheit, so dass der Livemitschnitt als Vinyl und CD beim Label Qilin herauskam. 2015 ging das Trio Jaeger-Gisler-Rainey abschliessend mit ihrer Musik auf eine Europatournee.

Line Up:

Michael Jaeger, reeds | Fabian Gisler, b | Tom Rainey, dr

„Freie, starke Musik mit austarierten Kräften im gleichseitigen Dreieck, voller überraschender Interaktionen.“

Peter Rüedi | Weltwoche | 2016

Line Up:

Michael Jaeger, reeds | Philipp Schaufelberger, git | Tom Rainey, dr


Mein einziger Freund | Seit 2007

Improvisierte Groove-Musik

Mit dem Vincent Membrez (Biel) am Moog Synthesizer habe ich unter dem Namen „Mein Einziger Freund“ bereits mit grossen Improvisatoren wie Gerry Hemmingway, Hans Koch, Urs Leimgruber, Bruno Amstad oder Martin Schütz gearbeitet. Hier auf dem Bild spielen wir mit Tobias Schramm an der Jazzwerkstatt Zürich.

Line Up:

Michael Jaeger, ts, cl | Vincent Membrez, Moog, Synth | Tobias Schramm, dr
Als Gäste live und auf Tonträger: Gerry Hemingway, dr | Urs Leimbruger, ss | Martin Schütz, cello | Hans Koch, ts | Bruno Amstad, voc | Julian Sartorius, dr

„Bei den pulsierenden Improvisationen von „Mein einziger Freund“ flogen Späne und Funken.“

Florian Keller | Neue Zürcher Zeitung | 2011